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e-Medikation

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Was ist die e-Medikation?

Die e-Medikation ist eine Datenbank, in der von Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt verordnete bzw. von Apotheken abgegebene Medikamente und wechselwirkungsrelevante, nicht-rezeptpflichtige Arzneimittel gespeichert werden. In Ihrer e-Medikationsliste am ELGA-Portal sehen Sie somit sowohl Ihre verschriebenen und in der Apotheke bereits abgeholten Medikamente, aber auch die noch offenen Rezepte.

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Was ist der Nutzen von e-Medikation?

Mit der e-Medikationsliste haben Ihre ELGA-Gesundheitsdiensteanbieter, also z.B. Ihre Hausärztin bzw. Ihr Hausarzt, eine Ambulanz oder ein Spital einen aktuellen Überblick über Ihre verordneten und in der Apotheke an Sie abgegebenen Medikamente. Damit können diese auf unerwünschte Wechselwirkungen überprüft werden, es können so aber auch unnötige Doppelverschreibungen vermieden werden. Einträge, die älter als ein Jahr sind, werden entsprechend dem Gesundheitstelematikgesetz 2012 automatisch aus der e-Medikationsliste gelöscht.

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Wann startet e-Medikation?

Im Mai 2016 startet der Probebetrieb e-Medikation im Bezirk Deutschlandsberg. Anschließend wird die e-Medikation österreichweit zur Verfügung gestellt.

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Ist die Teilnahme an e-Medikation verpflichtend?

Das Gesundheitstelematikgesetz 2012 regelt, dass alle Bürgerinnen und Bürger ohne weitere Voraussetzungen an ELGA teilnehmen können. Wer nicht teilnehmen möchte, hat das Recht, sich abzumelden („Opt-out-Regelung“). Eine Abmeldung von ELGA kann komplett oder auch nur für einzelne ELGA-Funktionen wie z.B. e-Medikation oder e-Befunde erfolgen. Es besteht aber jederzeit die Möglichkeit, sich auch wieder anzumelden.

 

Für Ab- und Wiederanmeldungen stehen den Bürgerinnen und Bürgern zwei Wege zur Verfügung: Entweder elektronisch über das ELGA-Portal (der Zugang erfolgt über www.gesundheit.gv.at) oder schriftlich über die ELGA-Widerspruchstelle. Nähere Informationen erhalten Sie bei der ELGA-Serviceline unter der Telefonnummer 050 124 4411, Montag bis Freitag von 7:00 bis 19:00 Uhr.

 

ELGA-Gesundheitsdiensteanbieter, kurz: ELGA-GDA (Ärztinnen und Ärzte, Krankenanstalten, Pflegeeinrichtungen, Apotheken) haben nach dem Gesundheitstelematikgesetz 2012 das grundsätzliche Recht zur Verwendung der ELGA-Gesundheitsdaten ihrer Patientinnen und Patienten. Voraussetzung dafür ist ein aufrechtes Behandlungs- bzw. Betreuungsverhältnis zwischen ELGA-GDA und Patientin bzw. Patient, das z.B. durch das Stecken der e-card nachgewiesen werden kann.

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Haben Patientinnen und Patienten die Möglichkeit, ihre eigene e‑Medikationsliste einzusehen?

Ja. Um alle Vorteile von ELGA zu nutzen, können die Bürgerinnen und Bürger das ELGA-Portal verwenden. Der Zugang zum ELGA-Portal erfolgt über das österreichische Gesundheitsportal www.gesundheit.gv.at. Nachdem die Bürgerinnen und Bürger sich elektronisch mittels Handysignatur oder Bürgerkarte ausgewiesen haben, können sie im ELGA-Portal ihre ELGA-Gesundheitsdaten (e-Befund und e-Medikation) sowie Protokolldaten einsehen. Jene Bürgerinnen und Bürger, die nicht über einen Internetzugang verfügen, können sich an die ELGA-Ombudsstelle wenden, die die ELGA-Teilnehmerinnen und Teilnehmer bei der Wahrnehmung und Durchsetzung ihrer Rechte unterstützt. Derzeit gibt es in Wien sowie in der Steiermark bei der Patientenanwaltschaft eine ELGA Ombudsstelle.

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Ersetzt e-Medikation das Rezept?

Nein. Die e-Medikation stellt eine Übersicht über Verordnungen und Abgaben bereit. Die Patientin bzw. der Patient erhält wie bisher ein Papierrezept.

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Werden Arzneimittel auf der e-card gespeichert?

Nein. Die e-card der Patientin bzw. des Patienten dient für die ELGA-GDA als Schlüssel zur ELGA und damit auch zur e-Medikation. Nur wenn ein aufrechtes Behandlungs- bzw. Betreuungsverhältnis besteht, darf der ELGA-GDA auf die Gesundheitsdaten seiner Patientinnen und Patienten zugreifen. Auf der e-card werden keine Daten über Arzneimittel gespeichert.

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Wer hat Zugriff auf die e-Medikationsdaten?

Die Voraussetzungen dafür sind im Gesundheitstelematikgesetz 2012 genau definiert. Zugriff hat:

  • Jede Ärztin bzw. jeder Arzt bei aufrechtem Behandlungs- bzw. Betreuungsverhältnis (gesamte e-Medikation).
  • Jede Apotheke, die mit Hilfe der e-card der Patientin bzw. des Patienten dafür berechtigt wurde (gesamte e-Medikation).
  • Eine Apotheke, die über das Einlesen der eMED-ID ein Behandlungsverhältnis nachweist. Die eMED-ID ist ein von Scannern lesbarer 2-D-Matrixcode, der zukünftig auf dem Rezept aufgedruckt sein wird. Damit erhält die Apotheke ausschließlich Zugriff auf die Arzneimittel, die auch am mitgebrachten Rezept angeführt sind und in e-Medikation gespeichert wurden, nicht jedoch auf die gesamte e-Medikationsliste.
  • Das Krankenhaus und die Pflegeeinrichtung nach eindeutiger Identifikation (Zeitpunkt der technischen Aufnahme) der Patientin bzw. des Patienten.

Kein Zugriff auf die eigenen ELGA-Gesundheitsdaten besteht, wenn die Patientin bzw. der Patient der ELGA-Funktion e-Medikation widersprochen oder den ELGA-GDA vom Zugriff auf seine Gesundheitsdaten ausgeschlossen hat.

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Wer darf nicht auf die ELGA-Gesundheitsdaten und somit auf die e‑Medikationsdaten zugreifen?

Das Gesundheitstelematikgesetz 2012 regelt klar, wer nicht auf ELGA-Gesundheitsdaten zugreifen darf:

  • Ärztinnen und Ärzte, die Aufgaben des chef- und kontrollärztlichen Dienstes der Sozialversicherungsträger erfüllen;
  • Ärztinnen und Ärzte, die die Grundlagen von Versicherungsverhältnissen sowie daraus resultierende Ansprüche zu beurteilen haben;
  • Arbeitsmedizinerinnen und Arbeitsmediziner (§ 81 des Arbeitnehmerschutzgesetzes, BGBl. Nr. 450/1994);
  • Amtsärztinnen und Amtsärzte (§ 41 ÄrzteG 1998)
  • Ärztinnen und Ärzte, die an der Feststellung der Eignung zum Wehrdienst mitwirken, sowie Schulärzte und Schulärztinnen (§ 66 des Schulunterrichtsgesetzes, BGBl. Nr. 472/1986)


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Wie lange haben ELGA-Gesundheitsdiensteanbieter Zugriff auf Medikationsdaten bzw. wie lange werden verordnete und abgegebene Medikamente in der e-Medikation gespeichert?

Entsprechend dem Gesundheitstelematikgesetz 2012 haben Ärztinnen und Ärzte in Ordinationen 28 Tage ab dem Behandlungskontakt Zugriff auf die ELGA-Gesundheitsdaten ihrer Patientinnen und Patienten. Apotheken haben zwei Stunden auf die Medikationsdaten Zugriff. Der Zugriff im Krankenhaus oder in einer Pflegeeinrichtung erfolgt ab dem Aufnahme-Zeitpunkt der Patientin bzw. des Patienten bis 28 Tage nach Entlassung. Dieser Zeitraum ist für den allfälligen Abruf weiterer Informationen im konkreten Behandlungs- oder Betreuungsfall gedacht, z.B. wenn nach einem Krankenhausaufenthalt noch Befunde ausständig sind.

Danach erlischt die Zugriffsberechtigung automatisch und wird erst bei erneutem Nachweis des Behandlungsverhältnisses, z.B. durch Stecken der e-card beim Arzt im Zuge eines erneuten Arztbesuches wieder aktiv.

 Bürgerinnen und Bürger können für Gesundheitsdiensteanbieter ihres Vertrauens (Ärztin bzw. Arzt oder Apotheke) und mit deren Zustimmung die genannten Zugriffsfristen auf bis zu 365 Tage verlängern. Die Patientinnen und Patienten können die Zugriffszeiten ihrer behandelnden bzw. betreuenden ELGA-Gesundheitsdiensteanbieter aber auch verkürzen oder den Zugriff generell sperren (Zugriffsdauer 0 Tage). Dies kann über das ELGA-Portal von der Patientin bzw. dem Patienten eingestellt werden oder über die ELGA-Ombudsstelle wahrgenommen werden.

Die Medikationsdaten werden nach einem Jahr automatisch aus e-Medikation gelöscht. 

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Sieht die Apotheke, bei welchen Ärztinnen und Ärzten die Patientin bzw. der Patient in Behandlung ist?

Wenn die e-card der Patientin bzw. des Patienten in der Apotheke gesteckt wird, ist anhand der e-Medikationsliste ersichtlich, welcher ELGA-GDA (Ärztinnen und Ärzte im niedergelassenen Bereich, Krankenanstalt, etc.) wann welche Arzneimittel verordnet und in e-Medikation gespeichert hat, bzw. ob die Patientin bzw. der Patient diese schon in einer Apotheke abgeholt hat.

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Werden zum Start der e-Medikation rückwirkend alle Medikamente eingetragen?

Nein. Die e-Medikationsliste wird erst ab dem Zeitpunkt, ab dem ein ELGA-GDA mit ELGA arbeitet und die Patientin bzw. der Patient dort in Behandlung bzw. Betreuung war, um mögliche Medikationsdaten ergänzt. Rückwirkend werden keine Medikationsdaten in die e-Medikationsliste eingetragen. Das gilt auch für den Fall, wenn sich jemand nach einer Abmeldung von der ELGA wieder anmeldet, da bei einer Abmeldung von e-Medikation die Medikationsliste gelöscht wird.  

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Welche Informationen finde ich in meiner e-Medikationsliste?

Die e-Medikationsliste besteht aus zwei Blöcken: „Abgeholte Arzneimittel“ und „Verschriebene Arzneimittel/offene Rezepte“. Die einzelnen Spalten beinhalten Informationen über Name des Medikaments, Dosierung und etwaige Zusatzinformationen zur Anwendung. Darüber hinaus wird angezeigt, zu welchem Zeitpunkt und von welcher Ärztin bzw. welchem Arzt ein Medikament verordnet bzw. wann es von Ihnen in der Apotheke abgeholt wurde.

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Wie erfolgen die Einträge in meine e-Medikationsliste?

Ärztinnen und Ärzte mit Kassenvertrag sind verpflichtet, alle Medikamente, die sie verordnen, in Ihre e-Medikationsliste einzutragen. Über die am Rezept aufgedruckte eMED-ID (ein von Scannern lesbarer 2-D-Matrixcode) können in der Apotheke die Verordnungen am Rezept abgerufen werden. Das bis dahin noch "offene Rezept" wird als "abgeholtes Arzneimittel" in Ihrer e-Medikationsliste gekennzeichnet. Auch nicht rezeptpflichtige Medikamente, die eventuell Wechselwirkungen hervorrufen („wechselwirkungsrelevant“ sind), können durch die Apotheke in Ihre e-Medikationsliste eingetragen werden. Dazu ist allerdings das Stecken Ihrer e-card in der Apotheke nötig. 

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Ist es möglich, dass einzelne Medikamente nicht in meine e-Medikation aufgenommen werden?

Ja, das ist möglich. Dafür müssen Sie bei Ihrer behandelnden Ärztin bzw. Ihrem behandelnden Arzt bei der Verordnung angeben, dass dieses Arzneimittel nicht in Ihre e-Medikation eingetragen werden soll. In diesem Fall spricht man von einem "situativen Opt-out", das auch im Gesundheitstelematikgesetz 2012 eindeutig geregelt ist. Dieses Medikament scheint dann zwar auf Ihrem Papierrezept und in der Dokumentation Ihrer Ärztin bzw. Ihres Arztes auf, nicht aber in Ihrer e-Medikationsliste.

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Kann ich Medikamente, die ich ohne Rezept beziehe, in meine e-Medikation eintragen lassen?

Ja. Werden nicht verschreibungspflichtige, aber möglicherweise wechselwirkungsrelevante Arzneimittel abgegeben, die auch in der e-Medikation gespeichert werden sollen, ist dafür das Stecken der e-card in der Apotheke notwendig.

In der Apotheke können auch Medikamente in die e-Medikation aufgenommen werden, die von einer Ärztin bzw. einem Arzt verordnet, aber noch nicht in e-Medikation gespeichert wurden. Das kann z.B. der Fall sein, wenn Ihre Ärztin bzw. Ihr Arzt noch nicht an ELGA teilnimmt. Auch dafür ist das Stecken Ihrer e-card in der Apotheke erforderlich.

Dies gilt auch, wenn Sie möchten, dass die Apotheke Ihre e-Medikationsliste z.B. für eine Wechselwirkungsprüfung oder Beratung abrufen darf.

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Was bedeutet der Matrixcode/die eMED-ID auf meinem Papierrezept?

Die eMED-ID ist ein 2-D-Matrixcode, der auf das Papierrezept gedruckt wird. Durch Scannen der eMED-ID erhält die Apotheke Zugriff auf die in e-Medikation dazugehörige(n) Verordnung(en) und kann die entsprechende(n) Abgabe(n) speichern. Die Apotheke sieht ausschließlich die am Papierrezept angegebenen und in e-Medikation gespeicherten Verordnungen. Sie hat keinen Zugriff auf die gesamte e-Medikationsliste und kann ohne e-card Stecken keine weiteren Abgaben in e-Medikation speichern.

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Kann ich meine e-Medikationsliste löschen?

Ja. Es ist jedoch nur möglich, die gesamte e-Medikationsliste zu löschen. Eine gelöschte e-Medikationsliste ist unwiderruflich gelöscht. Diese Aktion kann nicht rückgängig gemacht werden.

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Kann ich einzelne Medikamente löschen?

Nein. Sie können ausschließlich die gesamte e-Medikationsliste löschen.

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Kann ich meine e-Medikationsliste ausdrucken?

Ja. Sie können Ihre gesamte e-Medikationsliste als PDF anzeigen, auf Ihrem Computer abspeichern oder ausdrucken. 

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Wo werden die e-Medikationsdaten gespeichert?

Die e-Medikationsdaten werden zentral in einer Datenbank beim Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger gespeichert. Die Daten werden verschlüsselt gespeichert, der Hauptverband hat damit selbst keine Möglichkeit, die Daten zu lesen. Die e-Medikationsliste beinhaltet ausschließlich Einträge der vergangenen 365 Tage.

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Kann das Krankenhaus auf meine Medikationsliste zugreifen?

Das Krankenhaus kann bei der Aufnahme der Patientin bzw. des Patienten, nach entsprechendem Nachweis des Behandlungsverhältnisses, ebenso wie eine niedergelassene Ärztin bzw. ein niedergelassener Arzt die e-Medikationsliste der Patientin bzw. des Patienten abrufen. Verordnungen im Rahmen der Entlassung können ebenso in e-Medikation gespeichert werden. Medikamente, die im Krankenhaus verabreicht werden, werden nicht in die e-Medikation eingetragen.

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Wie lange werden meine Medikationsdaten aufbewahrt?

Einträge, die älter als ein Jahr sind, werden entsprechend dem Gesundheitstelematikgesetz 2012 automatisch aus der e-Medikationsliste gelöscht.