DRUCKEN

Ärzte: Kontaktfreie Medikamentenverschreibung

_MG_0103.jpg

zum Seitenanfang springen

Was ist die kontaktfreie Medikamentenverschreibung?

Für die Dauer der Corona Pandemie ermöglicht die Sozialversicherung die Verschreibung von Medikamenten ohne persönlichen Arztkontakt. Kassenärztinnen und -ärzte haben vorübergehend die Möglichkeit, auch ohne persönlichen Kontakt zu Patientinnen und Patienten (d.h. ohne Stecken der e-card) Rezepte auszustellen. Die Information, welches Medikament abgegeben werden soll, gelangt über die e-Medikation elektronisch in die Apotheke.

Die benötigten Medikamente können ohne Papierrezept unter Angabe des Namens und der Sozialversicherungsnummer der Patientin bzw. des Patienten in der Apotheke abgeholt werden. Dabei soll nach Möglichkeit angegeben werden, bei welcher Krankenkasse die Patientin bzw. der Patient versichert ist.  Es kann auch eine andere Person (z.B. ein Angehöriger, Betreuungsperson) das Medikament abholen. Alternativ besteht die Möglichkeit (keine Verpflichtung), dass Ärztinnen und Ärzte (sofern technisch möglich) das Rezept per FAX an die Apotheke übermitteln.

zum Seitenanfang springen

Warum wird das gemacht?

Mit der technischen Möglichkeit zur Verschreibung von Medikamenten ohne persönlichen Arztkontakt werden die Maßnahmen der Bundesregierung in Zusammenhang mit der aktuellen Corona Pandemie unterstützt. Dadurch werden Risikopatientinnen und -patienten geschützt, Ärztinnen und Ärzte und das Gesundheitssystem entlastet und die Ausbreitung des Coronavirus eingedämmt. Die Versorgung mit rezeptpflichtigen Medikamenten ist damit sichergestellt.

zum Seitenanfang springen

Wie lange gilt diese Lösung?

Diese Lösung wird für die Dauer der Pandemie ermöglicht.

zum Seitenanfang springen

Was ändert sich dadurch für mich als Ärztin/Arzt im Arbeitsablauf?

Informationen zum Ablauf entnehmen Sie bitte der Prozessbeschreibung.

Für die Dauer der Pandemie können Medikamentenverordnungen auch nach telefonischer Kontaktaufnahme durch den Patienten erfolgen.

Es liegt in der medizinischen Verantwortung des Arztes, ob er aufgrund des telefonischen Kontaktes mit dem Patienten das Medikament verordnen kann. Der Patient muss nicht zwingend persönlich bekannt sein. Ob für neue (bislang nicht behandelte) Patienten neue Medikamente (keine Dauertherapie, keine Information aus e-Medikation ableitbar) aufgrund von telefonischen Anfragen verordnet werden, liegt in der medizinischen Verantwortung des Arztes.

Für die Zeit der ausgerufenen Pandemie wird die Bewilligungspflicht für Arzneimittel gelockert: Wird bei Verordnungen aus dem Grünen Bereich für den 1-monatigen Bedarf die frei verschreibbare Menge laut Erstattungskodex überschritten, entfällt die chefärztliche Bewilligungspflicht. Weiters wird für Verordnungen des 1-monatigen Bedarfs aus dem Gelben Bereich die chefärztliche Bewilligungspflicht ausgesetzt. Für Verordnungen aus dem Gelben Bereich, die über den 1-monatigen Bedarf hinausgehen, sowie für Medikamente aus der No Box und aus dem Roten Bereich besteht nach wie vor die chefärztliche Bewilligungspflicht.  Dies gilt sowohl für Kassenrezepte als auch für Rezepte von Wahlärzten/Krankenanstalten ohne Rezepturrecht.

Einschränkungen: Die Möglichkeit der Verordnung ohne persönlichen Patientenkontakt gilt nicht für Verordnungen von Suchtgiften, für welche ein besonderes Verfahren einzuhalten ist (z.B. Substitution). Bei Suchtgiftrezepten zur Schmerz- bzw. Substitutionstherapie ist es immer notwendig, dass das Rezept in gefaxter Form vorliegt. Wir verweisen diesbezüglich auf die Kammerinfo Nr. 27/2020 der Österreichischen Apothekerkammer, in der das mit dem Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz abgestimmte Procedere genau beschrieben wird.

zum Seitenanfang springen

Wie funktioniert der Rezeptierungsprozess im Rahmen der kontaktfreien Medikamentenverschreibung für Arztpraxen?

  1. Ein Patient ersucht telefonisch um Verordnung eines benötigten Medikamentes.
  2. Mit Eingabe der Sozialversicherungsnummer des Patienten ist es möglich, Daten auch ohne Stecken der e-card des Patienten in e-Medikation zu speichern.
  3. Über die Arztsoftware wird wie gewohnt ein Rezept mit den gewünschten Verordnungen erstellt und in e-Medikation gespeichert.
  4. Das Rezept wird wie gewohnt gedruckt (wichtig, da die Speicherung in e Medikation in der Arztsoftware oftmals mit dem Druck kombiniert ist).
  5. Im Anschluss überprüft der Arzt (z.B. durch Abruf der e-Medikationsliste), ob die Verordnungen korrekt in e-Medikation gespeichert wurden. Andernfalls (z.B. aufgrund eines Opt-Out des Patienten) ist ein Abruf der Verordnungsdaten durch die Apotheke nicht möglich. In diesem Fall muss das Rezept anderweitig (z.B. per Fax) an die vom Patienten genannte Apotheke übermittelt werden.
  6. Das Papierrezept muss nicht aufbewahrt werden. 
zum Seitenanfang springen

Welche Rahmenbedingungen gelten für Ärzte im Rahmen der kontaktfreien Medikamentenverschreibung? 

  • Es liegt in der medizinischen Verantwortung des Arztes, ob er aufgrund des telefonischen Kontaktes mit dem Patienten das Medikament verordnen kann.
  • Der Patient muss nicht zwingend persönlich bekannt sein. Ob für neue (bislang nicht behandelte) Patienten neue Medikamente (keine Dauertherapie, keine Information aus e‑Medikation ableitbar) aufgrund von telefonischen Anfragen verordnet werden, liegt in der medizinischen Verantwortung des Arztes.
  • Für die Zeit der ausgerufenen Pandemie wird die Bewilligungspflicht für Arzneimittel gelockert: Wird bei Verordnungen aus dem Grünen Bereich für den 1-monatigen Bedarf die frei verschreibbare Menge laut Erstattungskodex überschritten, entfällt die chefärztliche Bewilligungspflicht. Weiters wird für Verordnungen des 1-monatigen Bedarfs aus dem Gelben Bereich die chefärztliche Bewilligungspflicht ausgesetzt. Für Verordnungen aus dem Gelben Bereich, die über den 1-monatigen Bedarf hinausgehen, sowie für Medikamente aus der No Box und aus dem Roten Bereich besteht nach wie vor die chefärztliche Bewilligungspflicht.  Dies gilt sowohl für Kassenrezepte als auch für Rezepte von Wahlärzten/Krankenanstalten ohne Rezepturrecht.
  • Die Möglichkeit der Verordnung ohne persönlichen Patientenkontakt gilt nicht für Verordnungen von Suchtgiften, für welche ein besonderes Verfahren einzuhalten ist (z.B. Substitution). Bei Suchtgiftrezepten zur Schmerz- bzw. Substitutionstherapie ist es immer notwendig, dass das Rezept in gefaxter Form vorliegt. Wir verweisen diesbezüglich auf die Kammerinfo Nr. 27/2020 der Österreichischen Apothekerkammer, in der das mit dem Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz abgestimmte Procedere genau beschrieben wird.
  • Die ausgedruckten Papierrezepte müssen nicht gelagert werden.
  • Diese Regelung gilt für alle Ärzte im niedergelassenen Bereich. Es gibt keine Einschränkungen auf Fachgebiete.
zum Seitenanfang springen

Muss die kontaktfreie Medikamentenverschreibung genutzt werden? 

Nein, weder Patientinnen bzw. Patienten noch Ärztinnen bzw. Ärzte werden gezwungen, diese Möglichkeit zu nutzen. Für die Dauer der Pandemie können Medikamentenverordnungen auch nach telefonischer Kontaktaufnahme zwischen Arzt und Patienten erfolgen.

Die Information, welche rezeptpflichtigen Medikamente abgegeben werden sollen, kann (nach technischer Möglichkeit) auch per Fax von der Arztordination an die Apotheke übermittelt werden.

zum Seitenanfang springen

Wie ist vorzugehen, wenn eine Verordnung nicht (vollständig) in e‑Medikation erfasst werden konnte?

Die Information, welche rezeptpflichtigen Medikamente abgegeben werden sollen, muss von der Arztordination erfolgen. Wenn dies nicht über e-Medikation möglich ist, kann dies zum Beispiel per Fax erfolgen. 

zum Seitenanfang springen

Benötige ich ein zusätzliches oder neues Softwaremodul um kontaktlos Rezepte auszustellen?

Die technische zentrale Anpassung, dass das Abrufen von Rezepten oder das Einlösen von Abgaben in e-Medikation nun temporär auch ohne Stecken der e-card bzw. ohne Scan der eMED-ID (Code am Rezept) möglich ist, wurde bereits zentral umgesetzt. Allfällige notwendige Software-Updates werden von Ihrem Softwarehersteller zur Verfügung gestellt. Bitte hier ggf. direkt bei Ihrem Softwarehersteller anfragen.

Alternativ zur Abfrage über Ihre gewohnte Arztsoftware steht Ihnen davon unabhängig auch eine Weboberfläche über das e-card System zur Verfügung. Eine Anleitung zur Nutzung finden Sie unter:
 www.chipkarte.at/kontaktfreie_Medikamentenverschreibung 

zum Seitenanfang springen

Kann diese Art der kontaktfreien Verschreibung für jede Patientin bzw. Patienten und für alle Medikamente genutzt werden?

Ja, sofern der die Patientin bzw. der Patient sich nicht von ELGA abgemeldet hat, und die Arzneispezialität in der ASP-Liste der AGES (Basis für e-Medikation) enthalten ist.

Es liegt in der medizinischen Verantwortung der Ärztin bzw. des Arztes, ob sie bzw. er aufgrund des telefonischen Kontaktes mit der Patientin bzw. dem Patienten das Medikament verordnen kann. Die Patientin bzw. der Patient muss nicht zwingend persönlich bekannt sein. Ob für neue (bislang nicht behandelte) Patientinnen und Patienten neue Medikamente (keine Dauertherapie, keine Information aus e-Medikation ableitbar) aufgrund von telefonischen Anfragen verordnet werden, liegt in der medizinischen Verantwortung der Ärztin bzw. des Arztes.

Wenn einzelne rezeptpflichtige Präparate nicht in e-Medikation erfasst werden können (weil nicht in der ASP-Liste enthalten, ELGA offline ist, die Patientin bzw. der Patient von ELGA abgemeldet ist oder es der Ärztin bzw. dem Arzt aus anderen Gründen nicht möglich ist, e-Medikation zu verwenden), dann kann ein Rezept auch per Fax an die gewünschte Apotheke übermittelt werden.

Hinweise zur Bewilligungspflicht:

Für die Zeit der ausgerufenen Pandemie wird die Bewilligungspflicht für Arzneimittel gelockert: Wird bei Verordnungen aus dem Grünen Bereich für den 1-monatigen Bedarf die frei verschreibbare Menge laut Erstattungskodex überschritten, entfällt die chefärztliche Bewilligungspflicht. Weiters wird für Verordnungen des 1-monatigen Bedarfs aus dem Gelben Bereich die chefärztliche Bewilligungspflicht ausgesetzt. Für Verordnungen aus dem Gelben Bereich, die über den 1-monatigen Bedarf hinausgehen, sowie für Medikamente aus der No Box und aus dem Roten Bereich besteht nach wie vor die chefärztliche Bewilligungspflicht.  Dies gilt sowohl für Kassenrezepte als auch für Rezepte von Wahlärzten/Krankenanstalten ohne Rezepturrecht.

Einschränkungen gibt es:

Die Möglichkeit der Verordnung ohne persönlichen Patientenkontakt gilt nicht für Verordnungen von Suchtgiften, für welche ein besonderes Verfahren einzuhalten ist (z.B. Substitution). Bei Suchtgiftrezepten zur Schmerz- bzw. Substitutionstherapie ist es immer notwendig, dass das Rezept in gefaxter Form vorliegt. 

zum Seitenanfang springen

Wer kann diese Form der Medikamentenverschreibung nicht nutzen?

Patientinnen und Patienten, die von ELGA und/oder e-Medikation abgemeldet sind (da für diese e‑Medikation technisch nicht funktioniert). Hier kann alternativ die Kommunikation per FAX erfolgen – sofern dies technisch sowohl für die Arztordination als auch für die Apotheke möglich ist. 

zum Seitenanfang springen

Was passiert bei Patientinnen bzw. Patienten, die von ELGA oder e‑Medikation abgemeldet sind oder wenn „ELGA offline ist“?

Für diese Patienten bzw. diese Situation kann die kontaktfreie Verschreibung über e-Medikation nicht verwendet werden. Alternativ kann die Rezeptübermittlung per FAX an die vom Patienten gewünschte Apotheke erfolgen, sofern dies technisch sowohl für die Arztordination als auch für die Apotheke möglich ist.  

zum Seitenanfang springen

Ich nutze e-Medikation in meiner Ordination nicht. Was kann ich tun?

Jene Ordinationen, deren Software diese Funktionalität nicht abdeckt, haben die Möglichkeit, die notwendigen Funktionen alternativ über die Benutzeroberfläche des e-card-Systems zu nutzen.

Eine Anleitung zur Nutzung und ein Handbuch finden Sie unter:
 www.chipkarte.at/kontaktfreie_Medikamentenverschreibung


Es besteht alternativ die Möglichkeit (keine Verpflichtung), dass die Ärztin bzw. der Arzt (sofern technisch möglich) das Rezept per FAX an die Apotheke übermittelt und auf dieser Basis die Abgabe erfolgt. 

zum Seitenanfang springen

Ich habe keine e-card Ausstattung. Kann ich die kontaktfreie Medikamentenverschreibung über e-Medikation nutzen?

Nein. Die kontaktfreie Medikamentenverschreibung erfordert Zugriff auf ELGA bzw. die e‑Medikation über das e-card-System. Daher kann die kontaktfreie Medikamentenverschreibung über e-Medikation auch nur von Ärzten genutzt werden, die über ein e-card-System verfügen. 

zum Seitenanfang springen

Muss ich das Rezept ausdrucken und lagern?

Das Ausdrucken des in e-Medikation erfassten Rezeptes wird empfohlen, da die Speicherung in e-Medikation in der Arztsoftware oftmals mit dem Druck kombiniert ist!

Das Rezept muss danach nicht gelagert werden.

zum Seitenanfang springen

Kann ich ohne e-card auf die Medikationsliste meines Patienten zugreifen?

Ja. Mit dieser Lösung ist es aktuell möglich, nur durch Eingabe der Sozialversicherungsnummer auf ELGA und somit auf die Medikationsliste der Patientin bzw. des Patienten zuzugreifen. Voraussetzung dafür ist, dass Sie einen gültigen ELGA Dialog haben – sich also am System angemeldet haben. Die Zugriffe werden weiterhin protokolliert und sind für die Bürgerinnen und Bürger über das ELGA-Portal bzw. die ELGA Ombudsstelle lückenlos einsehbar.

zum Seitenanfang springen

An wen kann ich mich bei Fragen wenden?

Für Fragen steht den Ärzten und Apothekern die ELGA-Serviceline unter 050 124 4422 zur Verfügung. Fragen zur Abwicklung des Prozesses über die Arzt- bzw. Apothekensoftware sind an den jeweiligen Hersteller zu richten. Für Fragen zur Abrechnung oder organisatorische Fragen steht der jeweilige Krankenversicherungsträger zur Verfügung.