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Apotheke: Kontaktfreie Medikamentenverschreibung

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Was ist die kontaktfreie Medikamentenverschreibung?

Für die Dauer der Corona Pandemie ermöglicht die Sozialversicherung die Verschreibung von Medikamenten ohne persönlichen Arztkontakt. Kassenärztinnen und -ärzte haben vorübergehend die Möglichkeit, auch ohne persönlichen Kontakt zu Patientinnen und Patienten (d.h. ohne Stecken der e-card) Rezepte auszustellen. Die Information, welches Medikament abgegeben werden soll, gelangt über die e-Medikation elektronisch in die Apotheke.

Die benötigten Medikamente können ohne Papierrezept unter Angabe des Namens und der Sozialversicherungsnummer der Patientin bzw. des Patienten in der Apotheke abgeholt werden. Dabei soll nach Möglichkeit angegeben werden, bei welcher Krankenkasse die Patientin bzw. der Patient versichert ist.  Es kann auch eine andere Person (z.B. ein Angehöriger, Betreuungsperson) das Medikament abholen. Alternativ besteht die Möglichkeit (keine Verpflichtung), dass Ärztinnen und Ärzte (sofern technisch möglich) das Rezept per FAX an die Apotheke übermitteln.

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Warum wird das gemacht?

Mit der technischen Möglichkeit zur Verschreibung von Medikamenten ohne persönlichen Arztkontakt werden die Maßnahmen der Bundesregierung in Zusammenhang mit der aktuellen Corona Pandemie unterstützt. Dadurch werden Risikopatientinnen und -patienten geschützt, Ärztinnen und Ärzte und das Gesundheitssystem entlastet und die Ausbreitung des Coronavirus eingedämmt. Die Versorgung mit rezeptpflichtigen Medikamenten ist damit sichergestellt.

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Wie lange gilt diese Lösung?

Diese Lösung wird für die Dauer der Pandemie ermöglicht.

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Was ändert sich dadurch für mich als Apothekerin/Apotheker im Arbeitsablauf?

Informationen zum Ablauf entnehmen Sie bitte der Prozessbeschreibung.

  1. Der Kunde/Abholer gibt den Namen und die Sozialversicherungsnummer des Patienten bekannt.
  2. Über die Software werden durch Eingabe der Sozialversicherungsnummer des Patienten die vom Arzt gespeicherten Verordnungen aus der e-Medikation abgerufen – es werden die offenen Rezepte bzw. die Medikationsliste (diese inkludiert alle offenen Rezepte) abgerufen. Anders als bisher wird für diesen Schritt nicht mehr die e-card des Patienten oder eine eMED-ID (Code am Rezept) benötigt!
  3. Durch Rücksprache mit dem Kunden/Abholer soll die Korrektheit und Vollständigkeit der gespeicherten Verordnungen überprüft werden.
  4. Der Apotheker erfasst das Rezept in der Apothekensoftware analog zum bestehenden Prozess für Rezepte, auf denen kein Rezeptcode vorhanden ist (z.B. Rezepte von Wahlärzten ohne Rezepturbefugnis) oder auf denen der Rezeptcode nicht lesbar ist.
  5. Der Apotheker fragt nach, bei welchem Krankenversicherungsträger der Patient versichert ist, und erfasst dies. Sofern nicht klar ist, wo der Patient versichert ist, kann die zuständige Landesstelle der ÖGK zur Verrechnung herangezogen werden.
  6. Der Apotheker erfasst die Abgabe mittels „Einlösung“ der Verordnung in e‑Medikation.
  7. Der Apotheker übergibt dem Patienten bzw. der delegierten Person das Heilmittel.

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Welche Rahmenbedingungen gelten für die Abgabe im Rahmen kontaktfreien Medikamentenverschreibung für öffentliche Apotheken? 

  • Es ist keine Vollmacht oder dergleichen für die Abholung der Medikamente notwendig – die Bekanntgabe von Sozialversicherungsnummer und Name des Patienten sind ausreichend.
  • Bei Suchtgiftrezepten zur Schmerz- bzw. Substitutionstherapie ist es immer notwendig, dass das Rezept in gefaxter Form vorliegt. Wir verweisen diesbezüglich auf die Kammerinfo Nr. 27/2020 der Österreichischen Apothekerkammer, in der das mit dem Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz abgestimmte Procedere genau beschrieben wird.
  • Sollten die Verordnungsinformationen nicht über e-Medikation übermittelt werden können, kann das Rezept alternativ per Fax übermittelt werden.
  • Die beschriebene Vorgehensweise für die Abgabe von Heilmitteln auf Kosten der Krankenversicherungsträger gilt nur bei Vorliegen einer ärztlichen Verordnung (aus e-Medikation oder per Fax übermittelte Rezepte.)
  • Für die Zeit der ausgerufenen Pandemie wird die Bewilligungspflicht für Arzneimittel gelockert: Wird bei Verordnungen aus dem Grünen Bereich für den 1-monatigen Bedarf die frei verschreibbare Menge laut Erstattungskodex überschritten, entfällt die chefärztliche Bewilligungspflicht. Weiters wird für Verordnungen des 1-monatigen Bedarfs aus dem Gelben Bereich die chefärztliche Bewilligungspflicht ausgesetzt. Für Verordnungen aus dem Gelben Bereich, die über den 1-monatigen Bedarf hinausgehen, sowie für Medikamente aus der No Box und aus dem Roten Bereich besteht nach wie vor die chefärztliche Bewilligungspflicht.  Dies gilt sowohl für Kassenrezepte als auch für Rezepte von Wahlärzten/Krankenanstalten ohne Rezepturrecht.

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Wie wird bei der Abrechnung vorgegangen?

  • Die durch die Apotheken selbst generierte Rezeptnummer wird zur Verrechnung von über e‑Medikation übermittelten Rezepte verwendet.
  • Sofern es den Apotheken den Arbeitsablauf erleichtert, ist es möglich (aber keine Vorgabe der KVT), zur Rechnungslegung einen Ersatzbeleg auf Papier anzulegen und die selbst ausgedruckte Rezeptnummer aufzukleben.
  • Wir ersuchen darum, bei Abgabe der Heilmittel jedenfalls nachzufragen, bei welchem Krankenversicherungsträger der Patient versichert ist und diesen für die Verrechnung heranzuziehen. Sofern nicht klar ist, wo der Patient versichert ist, kann die zuständige Landesstelle der ÖGK zur Verrechnung herangezogen werden.
  • Gefaxte Rezepte sind auszudrucken, mit dem Vermerk „Corona“ zu kennzeichnen und in die normale Abrechnung aufzunehmen.
  • Seitens der Krankenversicherungsträger werden sämtliche in den öffentlichen Apotheken eingelangten Faxrezepte, die zu einer Abgabe eines Heilmittels führen, rückwirkend zum Stichtag 1. März 2020 ohne Vorlage des Originalrezepts anerkannt. Diese können wie Originalrezepte über die Pharmazeutische Gehaltskasse abgerechnet werden. Die Krankenversicherungsträger erteilen darüber hinaus für die Dauer der Pandemie eine Abrechnungsgarantie für papierlos übermittelte Rezepte. 

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Woran kann es liegen, dass (einzelne) rezeptpflichtige Präparate nicht in e-Medikation erfasst werden konnten?

Mögliche Gründe dafür wären etwa, dass Präparate (noch) nicht in der zugrundeliegenden Arzneispezialitäten-Liste erfasst sind, dass ELGA offline ist, oder dass die Patientin / der Patient von ELGA abgemeldet ist.

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Wie ist vorzugehen, wenn eine Verordnung nicht (vollständig) in e‑Medikation erfasst werden konnte?

Die Information, welche rezeptpflichtigen Medikamente abgegeben werden sollen, muss von der Arztordination erfolgen. Wenn dies nicht über e-Medikation möglich ist, kann dies zum Beispiel per Fax erfolgen. Entstehen in Abstimmung mit dem Abholer Zweifel an der Korrektheit oder der Vollständigkeit eines Rezeptes, ist Rücksprache mit dem verschreibenden Arzt zu halten. 

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Darf ich rezeptpflichtige Medikamente abgeben, wenn keine offene Verordnung in e-Medikation ersichtlich ist?

Die beschriebene Vorgehensweise für die Abgabe von Heilmitteln auf Kosten der Krankenversicherungsträger gilt nur bei Vorliegen einer ärztlichen Verordnung (aus e-Medikation, oder per Fax übermittelte Rezepte.)

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Benötige ich ein zusätzliches oder neues Softwaremodul um kontaktlos erstellte Rezepte abzurufen oder Abgaben zu speichern?

Die technische zentrale Anpassung, dass das Abrufen von Rezepten oder das Einlösen von Abgaben in e-Medikation nun temporär auch ohne Stecken der e-card bzw. ohne Scan der eMED-ID (Code am Rezept) möglich ist, wurde bereits zentral umgesetzt. Allfällige notwendige Software-Updates werden von Ihrem Softwarehersteller zur Verfügung gestellt. Bitte hier ggf. direkt bei Ihrem Softwarehersteller anfragen.

Alternativ zur Abfrage über Ihre gewohnte Apothekensoftware steht Ihnen davon unabhängig auch eine Weboberfläche über das e-card System zur Verfügung. Eine Anleitung zur Nutzung finden Sie unter:
www.chipkarte.at/kontaktfreie_Medikamentenverschreibung

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Was passiert bei Patientinnen und Patienten, die von ELGA oder e-Medikation abgemeldet sind oder wenn „ELGA/e-Medikation offline ist“?

Für diese Patientinnen und Patienten bzw. diese Situation kann die kontaktfreie Verschreibung über e-Medikation nicht verwendet werden. Alternativ kann die Rezeptübermittlung per FAX an die gewünschte Apotheke erfolgen, sofern dies technisch sowohl für die Arztordination als auch für die Apotheke möglich ist.  

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An wen kann ich mich bei technischen Problemen mit e-Medikation wenden?

Bitte kontaktieren Sie die ELGA Serviceline unter 050 124 4422.

Jede öffentliche Apotheke hat über die Apothekensoftware hinausgehend auch die Möglichkeit, die notwendigen Funktionen über die Weboberfläche des e-card-Systems zu nutzen. Eine Anleitung zur Nutzung und ein Handbuch finden Sie unter:
 www.chipkarte.at/kontaktfreie_Medikamentenverschreibung 

Es besteht alternativ die Möglichkeit (keine Verpflichtung), dass die Ärztin bzw. der Arzt (sofern technisch möglich) das Rezept per FAX an die Apotheke übermittelt und auf dieser Basis die Abgabe erfolgt.  

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Ist dieser Prozess mit zusätzlichen Dokumentationspflichten verbunden?

Nein. Lediglich gefaxte Rezepte sind auszudrucken und in die reguläre Abrechnung mit dem Vermerk „Corona“ aufzunehmen, Sofern es den Apotheken den Arbeitsablauf erleichtert, ist es möglich (aber keine Vorgabe der Krankenversicherungsträger) zur Rechnungslegung einen Ersatzbeleg auf Papier anzulegen und die selbst ausgedruckte Rezeptnummer aufzukleben.

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Muss ich das Rezept ausdrucken und lagern?

Das Ausdrucken des in e-Medikation erfassten Rezeptes ist nicht erforderlich. Lediglich gefaxte Rezepte sind auszudrucken und in die reguläre Abrechnung mit dem Vermerk „Corona“ aufzunehmen. Sofern es den Apotheken den Arbeitsablauf erleichtert, ist es möglich (aber keine Vorgabe der Krankenversicherungsträger) zur Rechnungslegung einen Ersatzbeleg auf Papier anzulegen und die selbst ausgedruckte Rezeptnummer aufzukleben.

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Kann ich ohne e-card auf die Medikationsliste meiner Kunden zugreifen?

Ja. Mit dieser Lösung ist es aktuell möglich, nur durch Eingabe der Sozialversicherungsnummer auf ELGA und somit auf die Medikationsliste des Patienten zuzugreifen. Voraussetzung dafür ist, dass Sie einen gültigen ELGA Dialog haben – sich also am System angemeldet haben. Die Zugriffe werden weiterhin protokolliert und sind für die Bürgerinnen und Bürger über das ELGA-Portal bzw. die ELGA Ombudsstelle lückenlos einsehbar.

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Ist ein Rezept, das per FAX übermittelt wird, wie ein reguläres Rezept zu behandeln? 

Ja. Abgaben, die ab 01.03.2020 basierend auf Fax erfolgten, können ohne Originalrezept nach geltenden Bestimmungen abgerechnet werden. Gefaxte Rezepte sind auszudrucken und in die normale Abrechnung, mit dem Vermerk „Corona“, aufzunehmen.

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Muss ich die Identität des Patienten / Abholers prüfen?

Nein. Medikamente können auch an Personen in der Apotheke abgegeben werden, wenn der Abholer den Namen und die Sozialversicherungsnummer der Patientin bzw. des Patienten kennt. Es ist keine Vollmacht oder dergleichen notwendig.

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Muss ich im Nachhinein Papierrezepte bei Ärzten anfordern?

Nein.

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Wie kann ich eine Rezeptgebührenbefreiung feststellen?

Wenn Sie vom Abholer auf das mögliche Vorhandensein einer Rezeptgebührenbefreiung aufmerksam gemacht werden, sind Sie verpflichtet eine Abfrage über VDAS durchzuführen. Sie können diese Funktion entweder über Ihre Apothekensoftware nutzen (bitte um allfällige Rückfragen bei Ihrem Softwareanbieter) oder über die Weboberfläche des e-card Systems.

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An wen kann ich mich bei Fragen wenden?

Für Fragen steht Ihnen die ELGA-Serviceline unter 050 124 4422 zur Verfügung. Fragen zur Abwicklung des Prozesses über die Arzt- bzw. Apothekensoftware sind an den jeweiligen Hersteller zu richten. Für Fragen zur Abrechnung oder organisatorische Fragen steht der jeweilige Krankenversicherungsträger zur Verfügung.